Nach beinahe vier Jahrzehnten kehrte am Mittwoch, dem 17. Juni 2026, das traditionsreiche Fanningberg Bergzeitfahren wieder in den Lungauer Veranstaltungskalender zurück. Initiator Hannes Kocher hatte die Idee, das bereits in den Jahren 1987 und 1988 ausgetragene Rennen neu zu beleben. Gemeinsam mit dem RADCLUB-ASVÖ-TAMSWEG konnte das Vorhaben erfolgreich umgesetzt werden.
Die Wetterbedingungen hätten dabei kaum besser sein können. Kurz vor dem Start um 18:00 Uhr zog noch ein kurzer Regenschauer über das Renngebiet. Pünktlich mit dem Start des ersten Fahrers hörte der Regen jedoch auf. Die Temperaturen waren anschließend nahezu ideal für ein Bergzeitfahren – weder zu heiß noch zu kalt.
Insgesamt stellten sich 31 Rennradfahrerinnen und Rennradfahrer sowie ein E-Bike-Fahrer der Herausforderung auf der anspruchsvollen Bergstraße zum Fanningberg. Gefahren wurde im Einzelstartmodus, bei dem jeder Teilnehmer allein gegen die Uhr antrat.
Für die Siegerehrung konnten mit dem Präsidenten des Salzburger Radsportverbandes, Thomas Hödlmoser, dem Obmann des RADCLUB-ASVÖ-TAMSWEG, Luis Lankmayer, sowie Initiator Hannes Kocher zahlreiche Persönlichkeiten des regionalen Radsports begrüßt werden.
Sportlich dominierte Kevin Hinterberger das Rennen und sicherte sich mit einer beeindruckenden Zeit von 13:20 Minuten den Tagessieg. Rang zwei ging an Hans Peter Obwaller vom Team Bigtime Sport KTM in 13:42 Minuten. Den hervorragenden dritten Gesamtrang belegte RC-Tamsweg-Fahrer Harald Feuchter in 13:58 Minuten. Damit blieb er als dritter Fahrer des Tages unter der 14-Minuten-Marke.
Auch bei den Damen wurden starke Leistungen gezeigt. Den Tagessieg sicherte sich die Juniorin Celina Jost vom Union MTB Club Koppl in einer Zeit von 17:34 Minuten. Rang zwei ging an Larissa Planitzer in 18:23 Minuten, während sich Katharina Fischer mit 18:54 Minuten den dritten Platz sicherte. Damit blieben gleich drei Fahrerinnen unter der 19-Minuten-Marke und unterstrichen das hohe sportliche Niveau der Veranstaltung.
Besonders erfreulich war die große Bandbreite der Teilnehmer. Neben ambitionierten Hobbyfahrern waren auch aktuelle und ehemalige Spitzenfahrer am Start. Gerade dieser Mix verlieh der Veranstaltung ihren besonderen Charakter.
Für Harald Feuchter vom RC Tamsweg verlief das Rennen nahezu perfekt. Mit einer klaren Wattvorgabe und einer kontrollierten Renneinteilung ging er die Herausforderung an. Zwar bestand auf den ersten Metern die Gefahr, sich vom hohen Tempo der Konkurrenz zu einem zu schnellen Beginn verleiten zu lassen, dennoch hielt er konsequent an seiner Strategie fest. Die gleichmäßige Belastung zahlte sich aus – ein Leistungseinbruch blieb aus und am Ende stand mit 13:58 Minuten ein Ergebnis, das die eigenen Erwartungen deutlich übertraf.
„Ich hatte im Vorfeld eher mit einer Zeit um die 15 Minuten gerechnet. Dass ich am Ende mit den Spitzenfahrern um die Podestplätze kämpfen kann, freut mich natürlich enorm“, zeigte sich Feuchter nach dem Rennen begeistert.
Neben dem sportlichen Wettkampf stand vor allem die Wiederbelebung einer traditionsreichen Veranstaltung im Mittelpunkt. Historische Ergebnislisten aus den Jahren 1987 und 1988 zeigen, welchen Stellenwert das Rennen bereits damals im Lungau hatte. Umso größer war die Freude bei Organisatoren, Teilnehmern und Zuschauern, dass diese Tradition nun erfolgreich fortgesetzt werden konnte.
Die gelungene Premiere lässt bereits auf eine Fortsetzung hoffen. Viele Teilnehmer äußerten sich äußerst positiv über die Strecke, die Organisation und das besondere Ambiente des Bergzeitfahrens. Damit könnte der Grundstein gelegt worden sein, dass das Fanningberg Bergzeitfahren wieder einen fixen Platz im Lungauer Radsportkalender erhält.
Bei der Siegerehrung wurden den Klassensiegern und schnellsten Fahrern besondere Trophäen überreicht. Die kunstvoll gestalteten Unikate wurden vom Lungauer „Preberkönig“ Hans Wieland gefertigt und sorgten bei den Teilnehmern für große Begeisterung. Besonders bemerkenswert: Hans Wieland ließ es sich nicht nehmen, selbst an den Start zu gehen. Der RC-Tamsweg-Fahrer bewältigte die anspruchsvolle Strecke in starken 15:10 Minuten und belegte damit den hervorragenden 8. Gesamtrang sowie Rang vier in der Klasse U60.
Neben den Trophäen warteten auf die Teilnehmer ein Startgeschenk, ein gemeinsames Essen samt Getränk sowie eine Sachpreisverlosung im Anschluss an die Siegerehrung. Die gemütliche Atmosphäre nach dem Rennen bot ausreichend Gelegenheit, die erbrachten Leistungen Revue passieren zu lassen und Erinnerungen an die historischen Austragungen aus den Jahren 1987 und 1988 auszutauschen.